Der Haushund

Man sagt, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Es gibt ihn in unterschiedlichen Größen, Farben und Charakteren, mit kurzem, langem oder keinem Fell, lockig, glatt oder zottig. Und doch haben alle Hunde, egal ob Chihuahua oder Irish Wolfshound, Mops, Leonberger oder Deutscher Schäferhund nur einen Vorfahren – den Wolf.

Wie ist der Haushund entstanden?

Knochenfunde belegen, dass es Hunde bereits vor 15.000 Jahren gegeben hat. Damit ist der Hund das älteste domestizierte Tier überhaupt. Doch wie war es möglich, den scheuen und wilden Wolf – eine Raubtier – zu zähmen oder nach den Vorstellungen des Menschen zu formen?
Leider gibt es darauf keine 100%ige Antwort. Wahrscheinlich ist, dass es die Frauen der Stämme waren, die für ihre Kinder Wolfswelpen als Spielgefähren mitnahmen und sie säugten. Durch den engen Kontakt mit den Menschen und die Fütterung mit Essensresten verloren die Tiere ein wenig ihre Scheu. Das über Jahrzehnte und Jahrhunderte fortgeführt, wird die Domestikation in Gang gesetzt haben.
Die Tatsache, dass gezähmte Wölfe aus einem wildlebenden Rudel verstoßen oder sogar getötet werden, wird den Prozess noch beschleunigt oder erst möglich gemacht haben. Die Tiere hatten also wahrscheinlich gar keine andere Möglichkeit, als sich dauerhaft dem Menschen anzuschließen.
Diese verstanden es, aus der Beziehung zu den gezähmten Wölfen einen Nutzen zu ziehen. Denn je zutraulicher die Tiere wurden, umso verlässlicher waren sie auch. So wurde man frühzeitig auf Feinde aufmerksam, die sich dem Lager näherten. Auch als Jagdbegleiter konnten die Tiere eingesetzt werden, zur Belohnung gab es einen Anteil an der Beute.
Durch gezielte Paarungen wurden nicht nur einzelne Charaktereigenschaften ausgeprägt, auch das Aussehen, die Größe, Fellfarbe und Länge wurden vielfältiger. Die Domestikation war so in vollem Gange – der Übergang vom Wolf zum Hund war vollzogen!

Ursprüngliche Nutzung des Haushundes

Mit der Zeit änderten sich die Aufgaben der Hunde und wurden vielschichtiger. Das Bewachen des Lagers war inzwischen selbstverständlich, genauso wie die Mithilfe an der Jagd. Aber die Menschen waren noch nicht sesshaft, sie zogen von einem Platz zum anderen. Die Hunde wurden als Zughunde eingesetzt und als Lastentiere. Als man anfing, sich an einer Stelle ein Heim zu schaffen und ein Acker zu bestellen, halfen die Hunde auch hierbei. Das Bewachen des Eigentums wurde immer wichtiger, sodass sich mit der Zeit immer mehr Eigenschaften herausbildeten. So gab es mit der Zeit nicht nur Haus- und Hofhunde, auch Hütehunde und Hunde, die man zum Schutz der Viehherden abstellte, wurden immer mehr.
Im Mittelalter war es dann soweit, der Adel nutzte die Hunde zu seinem eigenen Vergnügen. Es entstanden nicht nur Gesellschaftshunde, die rein zur Bespaßung des Menschen dienten, auch die Jagdhunde nahmen an Vielfalt zu. Hundekämpfe nahmen gerade Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts extrem zu und auch dafür benötigte man die passenden Hunde. So erreichte man nach und nach eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Hunden, mit den verschiedensten Charakteren, Aussehen und Größen.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Hunde oftmals weiter in ihren Einsatzgebieten eingesetzt. Erst viel später, mit Beginn des wirtschaftlichen Aufschwunges, begann man nach und nach, dem Hund einen Platz innerhalb der Familie einzuräumen. Aus dem reinen Arbeitstier wurde ein Haustier, das den Menschen zum Teil nur noch mit seiner Anwesenheit beglückte – die Geburtsstunde des Haushundes!

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